Buddha Prajnaparamita

Buddha Prajnaparamita

Umgeben von einem Blumenkranz sitzt der weibliche Bodhisattva Prajnaparamita (tib. Yumchenmo) auf einer rosa Lotusblüte. Ihr Name bedeutet "Weisheit, die ans andere Ufer gelangt ist". Unter dem anderen Ufer versteht man die Leerheit (skrt. Shunyata). Prajnaparamita ist in kostbare Seidengewänder gekleidet und trägt eine Krone, die mit fünf Edelsteinen geschmückt ist. Die Juwelen haben verschiedene Farben und sind ein Hinweis auf die fünf Dhyani-Buddhas. Der weiße Edelstein symbolisiert Vairochana, der gelbe Ratnasambhava, der blaue Akshobhya, der rote Amitabha, der grüne Amoghasiddhi. Prajnaparamita vereinigt die Weisheit aller fünf Dhyani-Buddhas in sich. Sie hat eine goldgelbe Körperfarbe und vier Arme. Ihre erhobene rechte Hand hält einen Vajra als Symbol für die Unzerstörbarkeit der Leerheit (skrt,: Shunyata). In ihrer erhobenen Linken liegt ein Buch.
Ihre dritte und vierte Hand liegen im Schoß und zeigen die Mudra der Meditation (skrt, Dhyana-Mudra). Prajnaparamita ist die Verkörperung der nach ihr benannten Literatursammlung. Die Prajnapararnira-Sutras sind eine Sammlung von etwa vierzig Mahayana-Texten und befassen sich mit der Verwirklichung von Weisheit.
Diese Weisheiten gehen auf Buddha Shakyamuni zurück. Er glaubte jedoch, dass seine Anhänger noch nicht reif genug für die Lehren seien und übergab sie den Nagas (skrt.: Wasserschlangen). Diese Wesen leben auf dem Grund des Ozeans in riesigen Wasserpalästen. Da sie als weise und wohlwollend gelten, wurden ihnen oft Lehren zur Aufbewahrung anvertraut.
Viele Jahrhunderte ruhten die Schriften auf dem Meeresgrund, bis eine Nagaprinzessin sie dem großen Gelehrten und Meister Nagarjuna übergab.